Der Kauf eines Kinderwagens kann allein schon auf Grund der erheblichen Kosten zu einem sehr anstrengenden Thema werden. Wählt man ein trendiges Modell, kann der neue Kinderwagen samt Zubehör ohne Weiteres einen vierstelligen Preis erreichen. Die Vielzahl der Hersteller und Modelle ist nahezu unüberschaubar. Dabei hat jeder Hersteller Argumente, die seine Modelle als das Nonplusultra darstellen. Fragt man Freunde und Bekannte ist oftmals das von ihnen genutzte Modell das Beste. Eine objektive Einschätzung ist somit nur schwerlich zu bekommen. Aus diesem Grund habe ich bei meinen Recherchen im Web für mich persönlich folgende Kriterien (Reihenfolge nach Wichtigkeit) festgelegt:

  1. Komfort beim Fahren
  2. Größe/Gewicht
  3. Preis
  4. Handhabung/Ausstattung
  5. Hersteller/Design/Farbe

Hinsichtlich Komfort beim Fahren sollte jeder mehrere Modelle ausprobieren und mehrere hundert Meter draußen schieben. Nahezu jeder Laden bietet Probefahrten mit den Ausstellungsstücken an. Kauft ihr ungetestet im Web, seit ihr in diesem Punkt klar im Nachteil. Wir haben einen ganzen Nachmittag lang getestet und mehrere Modelle auf und ab geschoben Das hatte ich mir vorher so auch nicht vorgestellt). Ursprünglich, nach der Webrecherche, wollten wir ein Modell mit zwei beweglichen 360 Grad-Rädern kaufen. Nach den Tests haben wir für uns festgestellt, dass diese Modelle zwar etwas wendiger sind, jedoch deutlich (auf Grund der kleineren Räder vorn) an Federkomfort verlieren. Modelle mit einem zentralen beweglichen Rad konnten wir ganz ausschließen, da beim Einsteigen in den ÖPNV das Gewicht immer auf diesem Rad liegt und das zum Kippen des ganzen Wagens führen kann. Schlussendlich haben wir uns für ein klassischen Wagen mit vier feststehenden Rädern entschieden. Ein Highlight an dieser Stelle sind Luftreifen, die im Vergleich zu Vollgummireifen nochmal besser federn.

Das Gewicht sollte natürlich so gering und die Maße so kompakt wie möglich sein. Mit der Auswahl eines Fahrgestells ist man in puncto Gewicht und Größe fast schon festgelegt. Die Modellunterschiede sind hier nur noch minimal. Die ganz leichten Modelle, die wir getestet haben, waren beim Schieben immer etwas filigran, um nicht zu sagen klapprig. Das Gewicht ist immer ein Kompromiss zwischen Leichtigkeit beim Tragen und Stabilität.

Preislich sind die Top-Modelle meiner Meinung nach schon jenseits von Gut und Böse. Dazu kommt dann noch die Ausstattung, die in den meisten Fällen als Extras (Luftreifen, Fußsack, Regenschutz, Sonnenschutz, Insektennetz, Trittbrett, Reifencover, Becherhalter, verschiedene Taschen, Auto-Klicksysteme etc.) zugekauft werden müssen. So landet man schnelle im vierstelligen Bereich. Gute Alternativen bieten MAMIKREISEL, EBAY-KLEINANZEIGEN und Co oder Läden wie FIRLEFANZ. FIRLEFANZ ist Vertragshändler für viele Marken und bietet einen eigenen Werkstatt-Servic an. Dort werden gebrauchte Wagen überholt (Wartung, Teiletausch etc.) und mit viel Rabatt im Vergleich zur Neuware angeboten. Hier können auch alle Modelle ausgiebig getestet werden. Die Beratung ist sehr gut. FIRLEFANZ kann ich nur empfehlen. Wir haben uns für einen gebrauchten Emmaljunga Mondial entschieden.

Die Ausstattung habe ich zuvor bereits kurz angeschnitten. Hier sind die Hersteller sehr kreativ und bieten viele Extras für zusätzlichen Komfort. Wichtig sind unbedingt ein Fußsack, Sonnen- und Regenschutz. Alles andere ist nur nice to have aber nicht notwendig. Wir haben z. B. keine zum Wagen passende Wickeltasche sondern nutzen einen stylischen Rucksack, der auch später noch seine Verwendung findet.
Die Handhabung ist wichtig, wenn der Wagen oft auseinandergenommen werden muss, um ihn etwa im Haus tragen zu können, oder weil er öfter im Auto verstaut werden muss. Da sollte die Verbindung zwischen Aufsatz und Fahrgestell gut funktionieren und wertig sein. Bei den Markenmodellen konnte ich da keine Schwächen an irgendeinem Mechanismus feststellen.

Die Markenhersteller sind in ihrer Wertigkeit oftmals den günstigeren Modellen überlegen. Sie begründen aber auch oftmals die Trends und diktieren die Preise. Das Design sollte eine der Funktionalität nachgeordnete Rolle spielen. Als Farbe empfehlen ich einen neutralen Ton, damit sich der Wagen nach der relativ kurzen Nutzungsdauer wieder gut für Mädchen und Jungen verkaufen lässt.

Fazit: Ein Markenmodell mit guter Ausstattung gebraucht kaufen. Vorher unbedingt ausprobieren. Kompromisse eingehen und wohlfühlen.

Ich persönlich bin kein Kinderwagen-Fan. Ich trage unsere Prinzessin lieber in der Babytrage. Unseren Wagen nutzt überwiegend meine Frau.


2 Kommentare

Erstausstattung – My Daddy Way · 4. März 2018 um 8:43

[…] Ausstattung für den Transport Babyschale fürs Auto Babytrage Kinderwagen + Fusssack […]

Babytrage – Mamas und Papas Lieblingsteil – My Daddy Way · 16. März 2018 um 20:37

[…] Kinderwagen vs. Babytrage […]

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