Unsere Tochter ist nun sieben Wochen alt und wir machen unseren ersten großen Ausflug. Unserer Reise führt uns vom schönen Berlin über Nürnberg in die Oberpfalz zur Familie.

Am Anfang der Reise stand die Überlegung nach dem geeigneten Verkehrsmittel. Als Großstädter verfügen wir über keinen ausreichend großen Pkw. Wir mussten also abwägen, ob wir uns einen Kombi mieten, mit dem Flugzeug reisen oder dem Zug fahren. Folgende Aspekte standen dabei für uns im Vordergrund:

  • entspanntes und stressfreies Reisen
  • Komfort fürs Kind
  • Zeitansatz für die ca. 400km lange Strecke
  • Kosten
  • Komplexibilität der Reiseplanung (von Haustür zu Haustür)
  1. Pkw
    Unbeachtlich der Mietkosten, wären wir mit dem Pkw wohl am günstigsten gereist. Die reinen Spritkosten liegen bei ca. 80€ für Hin- und Rückfahrt. Auch in Sachen Komplexibilität der Reiseplanung hat der Pkw deutliche Vorteile, da wir individuell und ohne Zeitdruck von der Haustür aus starten und direkt bis zur Haustür am Zielort fahren (den Mietwagen hätten wir natürlich vorher holen müssen). In puncto entspanntes und stressfreies Reisen belegt der Pkw den letzten Platz, da die Betreuung des Kindes im Maxi-Cosi auf der Rückbank schwierig ist. Darüberhinaus ist die Sitzposition und der Komfort für das Baby mehr als ungünstig. Plant man, das Baby alle 1-2h aus seiner unbequemen Sitzschale für ein paar Minuten zu befreien, muss man 1-2 längere Pausen einplanen (für das Stillen und ggf. Wickeln sind eh Pausen einzuplanen). Für die 400km benötigten wir in der Regel 4-4,5h. Kommen die Pausen dazu, belegt der Pkw in Sachen Zeitansatz nicht mehr den ersten Platz. Da wir Entspannung und Komfort fürs Baby am meisten gewichten, landete der Pkw auf dem letzten Platz.
  2. Flugzeug
    In Bezug auf dieses Reisemittel wäre für uns nur die Strecke Berlin-Tegel nach Nürnberg, von da mit dem Zug ins Stadtzentrum zum Hauptbahnhof und von dort aus weiter per Zug zum Ziel. Das Fliegen war all-inclusive das mit Abstand teuerste Reisemittel. Zeitlich gesehen, war der Vorteil verschwindend gering, da wir die Anreise nach Tegel, den Zeitpuffer am Flughafen, das Warten am Gepäckband in Nürnberg und den anschließenden Transfer mit dem Zug gehabt hätten. Da beide Eltern die Betreuung des Babys übernehmen können, ist diese Form des Reisens als entspannt zu bewerten. Der Komfort für das Baby hat dahingehend einen Makel, da auch für das Fliegen eine Babyschale notwendig ist. Auch der notwendige Druckausgleich bei Start und Landung kann zu Unbehagen beim Baby führen. Die Flugzeit ist zwar vergleichbar gering. Ohne geht es jedoch nicht. Für uns ein klarer zweiter Platz.
  3. Zug
    Die Reise mit der Bahn ist unser klarer Favorit. Kosten und Komplexibilität der Reiseplanung (pünktlich von Haustür zum Bahnhof, ggf. Umsteigen, und wieder zur Haustür) sind klare Nachteile gegenüber dem Pkw. Dafür ist das Reisen allerdings super entspannt. Beide Eltern können jederzeit die Betreuung übernehmen und  das Baby kann immer gewickelt und gestillt werden. Dadurch fällt die Reisezeit auch nicht besonders ins Gewicht (wir konnten zudem die Schnellfahrstrecke Berlin-München nutzen). Ein klarer Vorteil ist auch, dass der Zug super leise ist. Unsere Kleine hat während der Reise viel schlafen können. Insgesamt ist der Komfort für das Baby hier als besonders hoch zu bewerten. Wir hatten den Kinderwagen zum Schlafen mit und konnten unser Baby auch zur Entspannung auf dem Gang tragen. Der Zug bietet wesentlich mehr Platz als alle anderen Verkehrsmittel. Auch das W-lan hat sehr gut funktioniert. Wir konnten Schlaflieder vorspielen, uns die Zeit vertreiben und den Blog schreiben. Die Reise war somit sehr kurzweilig.
    Druckausgleiche sind gelegentlich auch bei der Reise mit der Bahn erforderlich, fallen jedoch vergleichbar gering aus. Die Gepäckaufbewahrung in der Bahn (insbesondere den ICE) ist ohne ausreichende Vorplanung etwas kompliziert. Diese Nachteile sind jedoch als gering einzuschätzen und im Grunde problemlos.

 

ICE nach Nürnberg 2

Tipps für die Reise mit der Bahn:

  • Wenn es finanziell erschwinglich ist, empfehle ich die 1. Klasse zu buchen (wir hatten ein Sparangebot und somit war der Aufschlag für die 1. Klasse akzeptabel), damit erhält man auch Zugang zur DB Lounge
  • unbedingt Sitzplätze im Abteil (wir haben absichtlich nicht das Kinderabteil gewählt, sonder eines ohne bestehende Buchung) buchen
  • mit maximal 4 Personen ist das 6er-Abteil optimal
  • wenn möglich nicht das Abteil neben der Schiebetür zum Großraumabteil wählen
  • ausreichend Umsteigezeiten (ca. 20-30min) wählen
  • Gepäckaufbewahrung, Wickeln, Stillen Abläufe vorher durchdenken und strukturieren
  • wenn möglich antizyklisch fahren (wir sind Do in der Früh gestartet und fahren Samstag am Nachmittag zurück), dann sind die Chancen auf mehr Platz höher und die Tickets meistens günstiger

1 Kommentar

Mit dem Zug nach Bayern – My Daddy Way · 10. April 2018 um 20:45

[…] schon zuletzt sind wir an diesem Wochenende erneut mit dem Zug nach […]

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