Je nach Entfernung und Dauer des Ausfluges nutzen wir die Babytrage, den Kinderwagen oder den ÖPNV.

Selbst in Berlin können wir einige Ecken der Stadt nur umständlich erreichen bzw. nicht direkt bis vor die Tür fahren. Für diese Ausflüge haben wir uns nach einer Möglichkeit umgesehen, unser Baby mit dem Fahrrad transportieren zu können.

Unsere Tochter war beim Kauf 5 Monate alt. Dafür blieben nur ein Fahrradanhänger oder ein Lastenrad. Fahrradanhänger gibt es viele auf dem Markt. Diese sind bereits für Preise ab ca. 300€ erhältlich und bieten zudem den Vorteil als Buggy oder auch zum Joggen genutzt werden zu können. Diese Anhänger sind für 1-2 Kinder gedacht und bieten zusätzlichen Stauraum sowie teilweise Scheibenbremsen, Sonnenschutz, Moskitonetz etc.
Vergleichsportale gibt es viele. Die Mitnahme in der Bahn oder mit dem Auto ist auch möglich, zumal sich einige Modelle einfach zusammenklappen lassen.

Wir haben uns für ein Lastenrad entschieden. Der ausschlaggebende Grund war, dass die Kinder vor dem Fahrer sitzen. Insbesondere in Berlin erschien es uns sicherer die Kinder „im Auge“ zu haben, als sie hinter sich herzuziehen. Die flachen Anhänger können gerade von ausparkenden Fahrzeugen schnell übersehen werden.

Gute Hinweise dazu lassen sich auch in diesem Blog finden.

Jetzt musste das richtige Modell aus den vielen Angeboten gefunden werden. Internetrecherche und Testfahrten sind dafür unausweichlich. Bei Kiwibikes in Berlin, können Familienlastenräder umfangreich getestet und als Gebrauchtmodelle erworben werden. Der Preis spielt bei der Anschaffung sicher eine große Rolle. Auch bei Ebay-Kleinanzeigen sind mittlerweile viele Gebrauchtmodelle erhältlich.

Wir haben uns für ein Babboe Curve-E entschieden. Babboe hatte aus unserer Sicht das beste Preis-Leistung-Verhältnis. Babboe bieten auf seiner Homepage eine Entscheidungshilfe hinsichtlich des richtigen Modells, elektrisch oder nicht, 2 oder 3 Räder etc. Wir haben das Babboe Big, Curve, Carve Mountain und City (2 Räder) getestet. Trotz seiner „Überlänge“ fuhr sich das Babboe City mit seinen zwei Rädern am ehesten wie ein normales Fahrrad. Bei hohen Geschwindigkeiten ist die Balance problemlos und das City wirklich leicht zu kontrollieren. Auch der Wendekreis war erstaunlich klein.

Bei niedrigen Geschwindigkeiten und insbesondere bei Gewichtsverlagerungen in der Transportbox, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist das Gleichgewicht zu halten bzw. man wegen der Balance oft die Füße abstellen muss. Besonders in der Stadt gibt es aufgrund der vielen Ampeln, der unterschiedlichen Fahrbahnbeschaffenheit und der vielen Radfahrer etc. viele langsam zu fahrende Streckenabschnitte. Unsere ersten 100km haben wir mit Geschwindigkeiten zwischen 12 und 16 km/h absolviert.

Das Modell mit 3 Rädern kann nicht kippen. Man kann auch an den Ampeln bequem sitzen bleiben und kommt schnell wieder in Fahrt. Dieser Komfortgewinn hat mich überzeugt. Eine Nachfrage bei Stadler (laut eigener Werbung: Deutschlands größtes Zweirad-Center) ergab, dass diese wesentlich mehr Modelle mit 3 als mit 2 Rädern verkaufen.

Der elektrische Antrieb ist aus meiner Sicht ein absolutes Muss. Selbst im flachen Berlin steigt der Fahrspaß mit einem elektrischen Antrieb enorm. Die Lastenräder sind per se sehr schwer und können bis ca. 100kg zuladen (einige Modelle bieten Platz für 4 Kindern, das Babboe Max-E sogar für 6 Kinder). das Babboe Curve-E bietet 8 unterstützende Fahrstufen bis 25km/h. Die Reichweite ist abhängig von den genutzten Fahrstufen. Wir schaffen in der Regel 40-50km mit einer Akkuladung. Das Aufladen ist problemlos und in wenigen Stunden möglich (das machen wir über Nacht).
Wir haben uns für das Babboe Curve-E und nicht für das Big-E entschieden, weil aus meiner Sicht die Fahreigenschaften aufgrund einer besseren Gewichtsverteilung und anderen Rahmenkonstruktion besser sind. Dazu kommen Unterschiede wie Scheibenbremsen, eine bessere Ausstattung beim Antrieb, die Möglichkeit zur Installation einer Maxi-Cosi-Halterung etc.
Also unbedingt testen.

Erste Feststellungen aus der täglichen Nutzung mit der Familie:
1. In der Preislage sind nur Standard-Kettenschaltungen installiert. Das Babboe Curve-E hat eine Shimano Acera. Wer Schaltvorgänge wie bei einer XTR erwartet, sollte vorher unbedingt probefahren.

2. Wir haben gleich zu Beginn das Regenverdeck dazugekauft. Dies stellte sich als lohnende Investition heraus. Es schützt gegen jegliches Wetter und insbesondere gegen Wind und Insekten.

3. Das Rad hat keinerlei Federung. Die Übergänge der einzelnen Straßenbeläge und insbesondere Kopfsteinpflaster und Gehwegplatten sind richtig nervig und für kleinere Babys eine große Belastung. Wir fahren mit dem niedrigsten Reifendruck um wenigstens eine Federung über die dicken Reifen zu erreichen. Mit der Babyschale können Kinder ab dem 3. Lebensmonat transportiert werden. Unsere Tochter ist groß für ihr Alter und wir haben das Rad gekauft als sie 5 Monate alt war. Das fand ich im Nachhinein betrachtet schon grenzwertig, da jede Straßenunebenheit das Baby durchschüttelt. Wir sind in den ersten Wochen nur sehr langsam gefahren. Die Kopf- und Nackenstütze haben wir auch gekauft und als untauglich bewertet. Wir nutzen jetzt die Kopfstütze und Gurtpolster von unserem Maxi-Cosi. Das funktioniert etwas besser.
Ob es mit der optionalen Maxi-Cosi-Halterung besser gewesen wäre, kann ich nicht sagen.

4. Für den Sonnenschutz gibt es aktuell vom Hersteller keine Lösung (ich habe keine gefunden). Wir haben ein kleines Sonnensegel aus der Drogerie an den Himmel des Regenverdecks befestigt. Das funktioniert einigermaßen.

Förderung:
Viele Städte bieten mittlerweile umfangreiche Förderprogramme. Elektrische Antriebe werden meist zusätzlich gefördert. Dann ist die Anschaffung mit Antrieb noch verlockender.

Fazit:
Der Fahrspaß mit dem elektrischen Lastenrad ist sensationell. Unsere Kleine ist jetzt fast 7 Monate alt und genießt jede Ausfahrt. Auch die Sitzposition in der Babyschale ist jetzt um ein vielfaches besser. Ich denke, dass der Zeitpunkt am besten ist, wenn die Babys alleine sitzen können. Das Rad ist mit seinem großen Stauraum vielseitig einsetzbar. Es ist optimal für Ausflüge mittlerer Entfernung. Wir fahren überall bis vor die Haustür und können das Baby (und ggf. Besucher) sowie vieles an Ausstattung überall mithinnehmen.


1 Kommentar

Sabrina · 26. Juli 2018 um 20:02

Hey, danke dass du mich verlinkt hast!

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