Es gibt eine Vielzahl von hilfreichen Tipps und Tricks für ein happy Baby. Ich habe viel darüber gelesen und kann das eine oder andere bestätigen und um eigene Erfahrungen ergänzen.

  • Der mit Abstand größte Grundstein für ein happy Baby wird während der Schwangerschaft gelegt. Dabei geht nahezu alles von der Mutter aus. Hier helfen wenig Stress, gesunde Ernährung, viel Bewegung und viel mit dem Baby sprechen. Kurzum: eine gesunde und glückliche Schwangerschaft ist der Schlüssel für ein zufriedenes happy Baby.
  • Alkohol und Nikotin (auch passives Rauchen) erhöhen das Risiko für ein „auffälliges“ Kind.
  • Eine „natürliche Geburt“ ohne Kaiserschnitt und ohne PDA erleichtert den Start in die neue Welt und verbessert die Chancen auf ein happy Baby. Generell gilt, alles was die Natur eingerichtet hat sorgt, sofern der Mensch nicht irgendwie eingreift, für ein happy Baby. Beispielsweise kommt es während der Geburt durch die Geburtsschmerzen zu einer Reaktion des Körpers, unter anderem in Form einer Hormonausschüttung. Diese könnte einfach ausgedrückt ggf. unterbleiben, wenn das körpereigene Schmerzbekämpfungssystem durch eine PDA deaktiviert wird. Ich sage nicht, dass Frauen mit einer PDA und/oder einem Kaiserschnitt automatisch ein „anstrengendes“ Kind bekommen. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit eines happy Baby bei einer „natürlichen“ Geburt ohne PDA um einiges höher.
  • Nach der Geburt sorgt ständiger Kontakt – Haut auf Haut – zwischen Baby und Mutter bzw. Vater für eine intensive Bindung und somit für ein zufriedenes Baby.
  • Stillen! Das Stillen ist mehr als die bloße Aufnahme von Nahrung. Die Muttermilch und das Stillen an sich bieten dem Baby sehr viel mehr und können nicht zu 100% durch Ersatznahrung und das Füttern mit der Flasche ersetzt werden. Ich empfehle ausschließlich zu stillen (wenn möglich) und das so lange es geht.
  • Das Baby mehrere Stunden am Tag tragen. Ich habe in der dritten Lebenswoche angefangen unsere Tochter für mindestens 1 Stunde am Tag draußen in einer Babytrage herumzutragen. Das Kind schläft dabei, bekommt frische Berliner Luft (nicht den Schnaps), ist super zufrieden und wird aktiv bei der Entwicklung des Beckens unterstützt.
  • Stress sollte für das Kind stets vermieden werden. Die erste Gefahr lauert im Krankenhaus, wenn die Verwandtschaft anrückt. Da ist wieder der Papa gefragt, der hier im Vorfeld koordinieren und regelnd eingreifen kann. Das hilft der neugebackenen Mama und insbesondere dem kleinen Baby, was ja erst wenige Stunden/Tage auf der Welt ist.
    Der Worst Case ist, wenn große Teile der Familie sich bereits im Kreißsaal die Klinke in die Hand geben.
    Tipp:
    • Kein Besuch im Kreißsaal zulassen.  Alle sind genervt (insbesondere das Klinikpersonal), was bestimmt nicht zu einem Vorteil für die Mutter und das Baby führt. Besuche würde ich erst am zweiten Tag nach der Geburt zulassen.
    • Besuche auf wenige Personen beschränken (wir haben es auf 4-5 Personen beschränkt).
    • Nur 1-2 Besuche am Tag.
      Bsp.: Bei 3 Tagen im Krankenhaus und 2 Besuchen am Tag á 5 Personen können immerhin 20 Personen (wenn man wie oben empfohlen erst am zweiten Tag startet) zu Besuch kommen. Das sollte für den Anfang wohl ausreichend sein.
    • Nur wenige Fotos (ich weiß, das ist wirklich schwer).
  • Die noch winzigen Babys sind extrem empfindlich für Temperatur, Licht, Lärm, Feuchtigkeit etc.
    Tipp:
    • Schlaftemperatur 18 Grad, ansonsten die Wohnung immer schön warm halten.
    • Wenn ich das Baby trage, anhebe oder wickle, reibe ich immer meine Hände warm. Das verhindert, dass mich die Kleine sofort anbrüllt.
    • Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer regulieren! Wir haben immer um die 50% und regulieren das mit einem feuchten Handtuch auf der Heizung und regelmäßigem Lüften.
    • Nachtlichter nutzen! Gerade zur Nachtzeit oder direkt nach dem aufwachen kann der Blick in eine Lampe schnell zum Weinen führen. Ich halte beim Tragen immer meine Hand vor die Augen unserer Tochter. Die Lampe des Heizstrahlers decke ich auch mit meiner Hand ab, bis sie sich langsam an das (schwache) Licht gewöhnt hat. Indirektes Licht in der Wohnung wäre hier ideal.
    • Beim Fotografieren keinen Blitz benutzen!
    • Lärm durch Radio oder den Fernseher reduzieren! Wir haben diese Geräte eh nur selten an. In Zeiten, wo wir alle Medien auch on demand nutzen können, schaue ich Netflix und Co oder höre Spotify und Co oftmals dann, wenn das Baby nicht zugegen ist. Z. B. beim Kochen oder im Bad, beim Training oder Einkaufen etc. Seit neuestem nutze ich Bluetooth-Kopfhörer, was die Sache noch komfortabler gestaltet.
    • Beim Wickeln immer den Po nach der Reinigung trocken tupfen bzw. mit dem anlegen der neuen Windel warten, bis der Po trocken ist (auch hier ist der Heizstrahler von großem Wert)
    • Keine Chemie verwenden! Wir baden unsere Tochter nur in Wasser mit ggf. einem kleinen Schuss Öl (Mandelöl oder Distelöl etc. riechen nicht). Wir verwenden keine Einwegtücher (Feuchttücher enthalten immer etwas Chemie) sondern Mehrwegwaschlappen aus Baumwollfrottee. Alles was das Baby ausscheidet ist wasserlöslich. Wir verwenden Windeln, die auf alles unnötige an Inhaltsstoffen verzichten. Die Kleidung, die wir für das Baby selbst kaufen, wählen wir nicht nur nach dem Design, sondern vielmehr nach den verwendeten Materialien. Hier kann ich wärmstens Bio-Baumwolle und Seide empfehlen (Ökotex 100). Wir holen Basics bei C&A oder H&M, tragen aber überwiegend Secondhand (aus der Familie, von Freunden oder aus einen der unzähligen, wirklich guten Charlottenburger Kinder-Secondhand-Läden). Das schont die Umwelt, die Chemie ist größtenteils rausgewaschen und besondere Label sind trotz der kurzen Tragezeit nicht zu teuer.
  • Mein wertvollster Tipp ist: Geschwindigkeit!
    Anziehen, Wickeln, Baden, in die Trage bzw. ins Tragetuch stecken, Temperatur messen, warten auf das Anlegen beim Stillen, Pucken etc. sind alles Vorgänge, die beim Baby Unbehagen bzw. Stress auslösen können. Ich handhabe das alles in maximaler Geschwindigkeit, um die Beeinträchtigung so kurz wie möglich zu halten. Folgendes kann dabei helfen:
    • Wickeln üben! Übt das Wickeln bei jeder sich bietenden Gelegenheit in der Familie oder bei den Kindern von Freunden oder wenn nicht anders möglich mit nem Teddy. Wenn die Handgriffe sitzen entspannt das ungemein. Routine schafft Geschwindigkeit!
    • Nur Kleidung verwenden, die sich von oben bis unten aufknöpfen lässt. Alles was über den Kopf oder von unten über die Beine gezogen werden muss nervt das Baby und vor allem mich und führt dazu, dass das Anziehen länger dauert, als erforderlich. Natürlich haben wir auch viele Sachen geschenkt bekommen, die nicht diesen Vorgaben entsprechen. Die nutzen wir auch (aber nicht so oft). Hier komme ich nochmals auf meine Familienregie zurück und verweise auf die Möglichkeit der Einflussnahme, bevor Freunde und vor allem Verwandte dem Kaufrausch verfallen. Keinem ist geholfen, wenn das Kind zwar wie ein 50cm großes Modell ausschaut und 1000 likes auf Facebook und Co bekommt, dafür aber ständig aggro ist.
    • Immer vorbereitet sein! Am Wickeltisch alles Nötige (Thermometer, Windel, Waschlappen, ggf. Salbe, Spucktuch etc.) in Reichweite haben. Immer ein paar Wechselsachen aufgeknöpft und vorbereitet bereitlegen. Ausreichend Windeln (ausgeklappt und hergerichtet) und Waschlappen zur Verfügung haben.
    • Bei allen Aktionen, immer mit dem Kind reden. Wenn unsere Prinzessin dann immer noch quengelt, wird sie von mir erstmal richtig abgeknutsch. Somit vergeht auch die Zeit, bis alles schön trocken ist, bevor wir eine frische Windel anziehen.
    • Der Hauptgrund, warum ich eine Babytrage einem Wickeltuch vorziehe ist, dass ich die Trage im Vorfeld anlegen und einstellen kann und dann nur noch wenige Sekunden benötige, um die Kleine reinzusetzen. Für mich zählt auch hier die Geschwindigkeit. Das in die Trage setzten ist erstmal unangenehm. Sobald die Kleine aber in der Trage sitzt und wir uns bewegen, ist sie selig und zufrieden. Außerdem sieht die Babytrage von Stokke sehr lässig an mir aus;)
    • Für das Stillen haben wir folgenden Ablauf etabliert.
      Wenn das Baby aufwacht, gehe ich es gleich wickeln und meine Frau bereitet das Stillen vor. Ich wickel so schnell wie möglich nach meinen oben genannten Kriterien und bringe das „frische“ Baby zurück. Danach wird es sofort gestillt und kann anschließend, oder währenddessen wieder einschlafen. Der Vorteil ist, dass das Baby nach dem Stillen wieder schlafen kann und meine Frau Zeit hat aufzuwachen und sich auf das Stillen vorzubereiten. Der Nachteil ist, wenn dass Wickeln länger dauert und das Baby unruhig wird, kann das beim Stillen etwas hinderlich sein. Für uns ist das allerdings die beste Vorgehensweise.
    • Beim Anziehen der Kleidung darf man keine Angst haben etwas kaputt zu machen. Die Kleinen sind robust. Man sollte natürlich auch nicht grob vorgehen. Wenn man allerdings keine Scheu hat und beim Kauf der Kleidung auch über das Anziehen nachgedacht hat, kann man den Vorgang sehr schnell erledigen. Ich ziehe unsere Tochter am liebsten nen Body (Wolle-Seide-Mix) an und darüber einen langen Strampler. Dann ist sie mit zwei Teilen bestens ausgestattet und das Anziehen geht ratzfatz. Wenn es nach meiner Frau ginge, würde die Kleine nen Body mit Strumpfhose, ein nettes Oberteil, ne kleine Jacke und Socken tragen. Das sind dann gefühlt 100 Knöpfe und viele Einzelteile, die das Anziehen zeitlich stark ausdehnen. Das machen wir nur, wenn das Baby vorher gestillt wurde (für Fotos oder so). Dann schläft es nämlich dabei;)

Rosa lacht


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